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Die Geschichte von Spielkarten.

Wer hat sie erfunden, woher kommen sie?

 

Ihren Ursprung haben Spielkarten in Ostasien, wo die Herstellung von Kartonplättchen früher als in Europa einsetzte. Die frühesten Spielkarten sind in Korea und China des 12. Jahrhunderts nachweisbar. In Indien sind sie ab dem 16. Jahrhundert bezeugt. In Indien spielte man mit runden Karten und in China mit mehr länglichen, schmalen Streifen.

Spielkarten Geschichte - Historische Entwicklung

Geschichte bis zum 19. Jahrhundert

Wie das Kartenspiel nach Europa kam, ist nicht gesichert. Es gibt die Vermutung, dass es aus dem Orient von den Arabern, Ägyptern oder über fahrendes Volk importiert wurde, oder auch, dass eine eigenständige Entwicklung im Abendland aufgrund von Beobachtungen dieses Zeitvertreibs im Orient erfolgte.

In Europa werden sie erstmals belegt durch ein vollständiges Verbot des Gebetbuch des Teufels, wie das Kartenspielset genannt wurde, aus der Stadt Bern von 1367. Zwei angeblich frühere Erwähnungen wurden von der Forschung widerlegt: ein Eintrag in der Chronik des Sandro di Pipozzo von Venedig, sowie das von dem Bischof von Würzburg im Jahre 1329 allen Klerikern seiner Diözese auferlegte Verbot des Spiels mit Spielkarten. Erstmals 1370 taucht das Wort "naipes" (spanisch: Spielkarten) in einem spanischen Reimbuch auf. Ab 1377 werden Spielkartendokumente häufig (oft Spielkartenverbote), der ausführlichste Bericht stammt aus diesem Jahr von Freiburg im Breisgau aus der Feder eines Dominikanermönchs, Johannes von Rheinfelden.

 

Nachweislich wurde in Italien bereits in den 1370er Jahren mit Karten gespielt, die zu jener Zeit handbemalt waren. Die rapide Ausbreitung des Kartenspiels, seine Verbindung mit Geldeinsätzen und eine damit einhergehende Zunahme von Spielschulden inklusive verspieltem Haus und Hof rief alsbald städtische Obrigkeiten hervor, die oft mit einschränkenden Spielordnungen und auch Verboten reagierte (zumeist in relativ milder Form, gelegentlich jedoch auch heftiger; Würfeln z. B. wurde deutlich strenger verfolgt als Kartenspielen).

Intensivere Verfolgungen verbinden sich mit den Namen besonders fanatischer Mönche, unter ihnen San Bernardino, Johannes Capistranus und auch Savanorola, die allgemein Spiele neben anderen verwerflichen Tand auf Scheiterhaufen verbrennen ließen. Die Unterdrückung des Spiels war von Ort zu Ort und auch von Zeit zu Zeit verschieden und nahm mit der Zeit ab. Soweit Dokumente bekannt sind, kann man folgern, dass es in Deutschland und auch Frankreich weniger Verbote gab als in Italien. Die meisten der älteren erhaltenen Spielkarten waren mit der Hand gemalt und waren ein dem Adel vorbehaltener Luxus, jedoch waren diese Karten eben besonders kostbar und wurden daher eher aufbewahrt. Das älteste erhaltene europäische Spiel (datiert auf 1427–1431) stammt aus Stuttgart und zeigt Jagdszenen der Hofgesellschaft. Preiswertere Spiele hatten erst dann eine Chance unsere Zeit zu erreichen, als man begann, Fehldrucke der Spielkartenbilder als preiswerte Verstärkung in Buchrücken einzubinden.

Eine schnellere Verbreitung gelang beim breiten Publikum, als Karten mittels Holzschnitttechnik vervielfältigt werden konnten und in Serien damit auch preiswert in der Herstellung wurden. Die Produktion von Spielkarten ist wahrscheinlich der Beginn der Entwicklung des Holzschnittes. Das so genannte "Hofämterspiel", das um 1450 entstand, ist das älteste, gedruckte und nachträglich kolorierte Kartenspiel, das bis heute erhalten geblieben ist. Aufgrund seiner Symbolik geht man davon aus, dass es aus dem höfischen Umfeld entstanden ist. Kartenmacher-Innungen sind aus dieser Zeit im deutschsprachigen Raum aus Nürnberg, Augsburg, Ulm und Straßburg bekannt. In Österreich war Wien ein früher Ausgangspunkt der Spielkartenproduktion.

In Italien entwickelten sich sogenannte Trionfi-Karten, die sich in einigen Entwicklungsstufen zum Tarot (franz.), Tarock (deutsch) oder Tarocchi (ital.) Spiel weiterentwickelten (unter diesem Namen erstmals 1505 dokumentarisch belegt). Der Beginn dieser Entwicklung lag vermutlich in der höfischen Kultur der Visconti-Familie in Mailand und der Este in Ferrara (ca. 1440) Tarock-Spiel etwa um 1440 am Hofe von Ferrara. Der Begriff der Trionfi führte später u. a. zum deutschen Begriff "trumpfen", der immer noch im Kartenspiel geläufig ist. Das farbenprächtige Visconti-Sforza Tarock, um 1450 entstanden, enthält im Vergleich zu den normalen Kartensätzen zusätzliche Karten mit Trumpffunktion im Spiel.

Im Laufe der Zeit entstanden lokale Farbzeichensysteme in Europa: darunter das nach und nach an Dominanz gewinnende französische System mit Herz, Karo, Pik und Treff, das deutsche mit Herz, Blatt, Eicheln und Schellen und das spanisch/italienische mit Münzen, Stäben, Schwertern und Kelchen.

In der Frühzeit – soweit es aus den Dokumenten ersichtlich ist – wurden besonders in Deutschland die Produktionsverfahren vereinfacht, wodurch die Spielkarten zum Exportgut wurden. Nebenbei entwickelten sich dadurch Holzschnitt, Kupferstich und Buchdruck in Deutschland früher als in anderen Ländern. Lyon entwickelte ab ca. 1480/1510 eine zentrale Rolle in der Kartenspielproduktion und ließ Kartenspiele zu seinem Exportschlager werden – das Resultat war eine Dominanz des französischen Farbsystems, die immer noch vorherrscht. Spielkarten erhielten cœur (Herz), pique (Lanze), trèfle (Kleeblatt) und carreau (Quadrat).

Ab dem 16. Jahrhundert wurden Kartenspiele in den Spielsalons gesellschaftlicher Kreise gepflegt. Fiskalisches Interesse gebar später die Spielkartensteuer. Reine Glücksspiele mit Spielkarten wurden schließlich staatlich verboten und nur noch unter staatlicher Aufsicht in Spielcasinos, etwa „Poker“ und „Blackjack“, zugelassen. In Deutschland wurde ab dem 1. Januar 1900 durch das Bürgerliche Gesetzbuch geregelt, dass eine Spielschuld nicht einklagbar ist (§ 762 BGB), es sei denn eine staatliche Genehmigung liegt zugrunde. Spielschulden sind Ehrenschulden.

 

Geschichte ab dem 20. Jahrhundert

Heute übliche Spielkarten dürften sich von Tarot-Karten ableiten, wobei das Blatt auf die Zahlkarten und Hofkarten reduziert ist. In diesem System hat jede Karte einen Zahlenwert und eine von 4 Farben. Somit ergeben sich im vollständigen Blatt die Zahlenwerte 1 (= Ass), 2, ..., 10 und den drei Hofkarten 13 Karten pro Farbe, also insgesamt 52 Karten pro Spielsatz, auch Blatt genannt. Der Name "Ass" leitet sich von lateinisch as = eins her. (Quelle: Wikipedia)

 

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